Dammsanierung trotzt Wintereinbruch

Dammsanierung trotzt Wintereinbruch

Obwohl der Winter in Ostösterreich Ende Februar mit dichtem Schneefall und hohen Minustemperaturen eine überraschende Neuauflage erlebt, schreiten die Arbeiten zur Dammsanierung des Marchfeldschutzdamms unvermindert voran. So sollen die bauvorbereitenden Maßnahmen und Rodungen noch Ende Februar abgeschlossen werden. Während in den Gemeinden Mannsdorf, Orth und Stopfenreuth die runderneuerten Schutzanlagen Form annehmen, achten die Expertinnen und Experten von viadonau zugleich auch auf Schonung der wertvollen Tier- und Pflanzenwelt im Projektgebiet.

Im Rahmen des umfangreichen Sanierungsprojekts haben die Arbeiten an den Hochwasserschutzanlagen (mit einer Gesamtlänge von rund 67 Kilometern) bereits ordentlich Fahrt aufgenommen. So sind die Baufortschritte in den Projektgebieten Mannsdorf – Orth und Stopfenreuth inzwischen gut sichtbar: Die Erdbauarbeiten sind angelaufen, der Bau des Fadenbachsiels in Orth geht zügig voran, und die Fertigstellung der Querungen der Erdgaspipelines in Mannsdorf steht bereits kurz bevor. Noch im März wird in diesem Bereich der Einbau der Dammdichtwand in Angriff genommen. Ebenfalls schon voll im Gange sind die Erdbauarbeiten am Künettendamm in Stopfenreuth. Kiessäulen und Dichtwand konnten dort bereits Ende Jänner fertiggestellt werden. Nach den raschen Fortschritten haben die Hochwasserschutzexpertinnen und –experten schon den nächsten Sanierungsabschnitt im Visier: die Rußbachdämme. Der Baustart ist für März geplant. 

Ein Hochwasserschutzdamm ist immer auch Naturraum. Das Projektgebiet liegt im unmittelbaren Umfeld des Nationalparks Donau-Auen und verfügt über eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Um die Beeinträchtigung dieses wertvollen Lebensraums durch die Sanierungsarbeiten möglichst gering zu halten, werden im Zuge der Bauaktivitäten – wie zuvor schon bei der Dammsanierung an March und Thaya – vielfältige Maßnahmen zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt gesetzt. So werden entlang des Damms unter fachkundiger ökologischer Begleitung Schutzzäune für Amphibien und Reptilien errichtet. Wertvolle Trockenrasen und Orchideen werden in Soden abgetragen und wieder zurückversetzt. Im Frühling beginnt zudem die Eiablage der Sumpfschildkröten, Großvögel wie Seeadler, Schwarzstorch und Wespenbussard beziehen ihre Horste. Um sie zu schützen, werden in diesen Bereichen im entsprechenden Zeitraum keine Bauarbeiten durchgeführt. Auch für die örtlichen Landwirte können sich vorübergehende Erschwernisse bei der Bestellung ihrer Felder und Wiesen beispielsweise durch die Amphibienschutzzäune ergeben. Hier ersuchen wir um Rücksichtnahme, damit ein modernes Dammsystem errichtet werden kann, das auch weiterhin einzigartige Naturerlebnisse bietet.

 

viadonau – 02/2018

2018-03-22T22:03:30+00:00 22. März 2018|News|