Schule

Schule 2018-01-11T08:57:44+00:00

Schule

Die Mannsdorfer schulpflichtigen Kinder besuchten zunächst die zweiklassige Volksschule in Orth/Donau. Diese hatte im Jahre 1872/73 189 Orther Schulkinder und 62 von der Filiale Mannsdorf.

Im folgenden Verzeichnis sieht man, wie viele Kinder aus Mannsdorf in den letzten 5 Jahren in Orth zur Schule gingen:

Jahr / Knaben / Mädchen

  • 1872 / 35 / 34
  • 1873 / 30 / 32
  • 1874 / 31 / 32
  • 1875 / 31 / 32
  • 1876 / 31 / 32

Orth/Donau, 11. Mai 1876, Oberlehrer Johann Schöpfleithner

Durch die Überfüllung der Orther Schule bat der Ortsschulrat um die Errichtung einer selbständigen Schule in Mannsdorf. Die Gemeinde verkaufte an die Orther Herrschaft das sogenannte „Holzplatzl“, um Geld für den Schulbau zu haben. Am 08.07.1877 wurde nach einem Plan und Lokalaugenschein die Errichtung eines ebenerdigen Schulgebäudes bewilligt. Der Baumeister hieß Gasteiger, der zuständige Bürgermeister war Mathias Hafner.

Schulhaus, Schulgarten, Turnplatz, Schuleinrichtung und Reini-gung, Beheizung und Beleuchtung mussten aus eigenen Mitteln entrichtet werden. Gleichzeitig bewilligte der k.u.k. Landesschulrat die Ausschulung der Gemeinde Mannsdorf aus der allgemeinen Volksschule in Orth/Donau. Der Bezirksschulrat wurde außerdem vom Landesschulrat aufgefordert, den Tag der Eröffnung der Schule anzuzeigen.

Im Jahre 1891 stieg die Schülerzahl auf 79, so dass die Gemeinde Mannsdorf mit der Bitte an den Bezirksschulrat herantrat, statt der einklassigen Volksschule eine zweiklassige zu führen. Dies wurde vom k.u.k. Landesschulrat am 18.10.1891 bewilligt. Weiters wurde mitgeteilt, dass die Stelle mit einem Oberlehrer und einem Unterlehrer oder –lehrerin zu besetzen sei. Die Schülerzahl der Jahre 1891 – 1896 kann man aus der im Original vorhandenen Liste ersehen, deren Kopie im Anschluss zu finden ist.

Bei der Errichtung der Schule wurde mündlich vereinbart, dass der Kaplan aus Orth unentgeltlich in den Wintermonaten, das ist vom 1. November bis 1. April, zum Religionsunterricht und zur Messe geholt werden sollte. Dieser freiwilligen Leistung wollten die Wirtschaftsbesitzer wegen der alljährlichen kostspieligen Hochwasserschäden nicht mehr nachkommen, deshalb wurde sie dann ab 16. Februar 1898 vom Bezirksschulfond Floridsdorf bestritten.

Auf Veranlassung des Landesschulrates übermittelte im Jahr 1806 Oberlehrer Franz Landensperger folgende Schülerzahlen: 

Jahr / zu Beginn / am Schluss

  • 1900 / 75 / 71
  • 1901 / 76 / 69
  • 1902 / 73 / 63
  • 1903 / 73 / 63
  • 1904 / 65 / 56

Laut Erlass vom 17.03.1906 bestimmte der k.u.k. nieder-österreichische Landesschulrat, dass die zweiklassige Volksschule in Mannsdorf wieder als einklassig geführt werden müsse, weil die Schülerzahlen zu gering seien. Auf Ersuchen der Gemeinde Mannsdorf wurde die Schule dann als geteilte einklassige Volksschule geführt. Der Ortsschulrat sprach sich weiter dafür aus, dass jeder zweite Donnerstag als Ferialtag bestimmt werden sollte.

Die Schulleitung stellte folgenden Stundenplan auf: Obergruppe 17 Stunden wöchentlich, Untergruppe 18 Stunden. Für den Religionsunterricht waren drei Stunden und für den Handarbeitsunterricht der Mädchen sieben (!) Stunden wöchentlich angesetzt.

Infolge der Umbenennung der Schule wurde der Oberlehrer nur mehr als Lehrer geführt und erhielt statt 200 Kronen nur mehr 100 Kronen. Dagegen erhob Herr Oberlehrer Landensperger Einspruch und bekam im Jahre 1909 schließlich Recht.

Im Jahre 1939 wurde von der BH Floridsdorf-Baudienst der Schule Mannsdorf die Genehmigung für einen Zubau erteilt. Dieser bestand darin, dass die bestehende Abortanlage in eine Waschküche mit einem Abort für die Oberlehrerwohnung umgebaut und als Ersatz eine Abortanlage an die Schule angebaut wurde. Weiters errichtete man vor der Küche und Waschküche einen Verandavorbau, in der Küche wurde eine Holzwand aufgestellt, die Stiegenanlage gegen den Hof verlegt, eine Fensteröffnung ausgebrochen und eine Türöffnung verlegt. Der Zubau wurde Mitte August 1939 begonnen und Mitte Dezember 1939 beendet. Der Bauakt und die Pläne für diesen Zubau liegen wie so vieles im Archiv der Gemeinde.

Wegen der zu geringen Schülerzahlen musste die Mannsdorfer Schule leider im Jahr 1966 geschlossen werden. Obwohl unsere Schule immer nur ein- bzw. zweiklassig geführt wurde, waren die Mannsdorfer Kinder den Orthern durchaus ebenbürtig, was den Wissensstand anbelangt!

Leider können wir die Mannsdorfer Lehrer nicht vollzählig anführen, hier eine Liste der uns bekannten, wenn möglich mit den Jahreszahlen: 

Oberlehrer Landensperger, Schulleiter Gabriel Kozelich,
Oberlehrer Nagl, Lehrerin Margarete Bergmann,
Lehrerin Klara Grasnitzka, Oberlehrer Johann Schöpfleitner,
Lehrer Hans Kutil, Lehrerin Raffeiner, Amtshilfe Buchgraber,
Direktor Franz Höflich von 1947 bis 1960,
1960 – 1961 Lehrerin Adele Höflich, (Direktor Franz Höflich war Aushilfe in Breitstetten),
von 1961 bis zum Schließen im Jahre 1967
wieder Direktor Franz Höflich.

von Elisabeth Taferner